Aktuelles aus der Kanzlei

20/03/2020
Thema Kurzarbeitergeld

      Arbeitgeber und Beschäftigte werden durch das Coronavirus vor zahlreiche Herausforderungen gestellt. Wir stehen Ihnen zur Seite und unterstützen Sie in allen Fragen zur Beantragung von Kurzarbeitergeld.

      Sprechen Sie gerne Ihren persönlichen Ansprechpartner an oder vereinbaren Sie unter 0201/8 72 82-0 oder info@ksl3-steuerberater.de einen Beratungstermin.

      Allgemeines zum Thema

      • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.
      • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld
      • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden (wenn dies tarifvertraglich geregelt ist) kann verzichtet werden.
      • Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld behalten ihre Gültigkeit.

      Vorgehensweise

      1. Voraussetzungen prüfen
        • Voraussetzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ist, dass die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert sind. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn aufgrund des Corona-Virus Lieferungen ausbleiben und dadurch die Arbeitszeit verringert werden muss oder staatliche Schutzmaßnahmen dafür sorgen, dass der Betrieb vorrübergehend geschlossen wird.
        • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mindestens 10 Prozent haben.
        • Prüfen, ob zunächst Urlaub genommen werden kann und Überstunden abgebaut werden können.
        • Alle Mitarbeiter müssen informiert werden und zustimmen (Einverständniserklärung).
      2. Antrag stellen
        • Das Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber beantragt werden. Wichtig: Betriebe, die aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie Kurzarbeitergeld beantragen möchten, müssen die Kurzarbeit zuvor bei der zuständigen Agentur für Arbeit melden. Diese prüft dann, ob die Voraussetzungen für die Leistung erfüllt sind.
        • Der Antrag muss spätestens am letzten Tag des Monats für den das Kurzarbeitergeld beantragt werden soll bei der Arbeitsagentur eingehen.
        • Nach Bewilligung des Kurzarbeitergeldes kann dieses berechnet werden.
        • Eine Anzeige über Arbeitsausfall ist im Anhang zu finden. Online kann dieser unter https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-be... gestellt werden.
      3. Höhe des Kurzarbeitergeldes
        • Die Höhe des Kurzarbeitergeldes richtet sich nach dem Nettoentgeltausfall im jeweiligen Kalendermonat. Das ist der Unterschiedsbetrag zwischen den pauschalierten Nettoentgelten von Soll-und Ist-Entgelt.
        • Soll-Entgelt ist das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt (max. BBG RV), das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall im Anspruchszeitraum (Kalendermonat) erzielt hätte. Dazu zählen folgende Entgeltbestandteile:
          • vermögenswirksame Leistungen
          • Anwesenheitsprämien
          • Leistungs-und Erschwerniszulagen
          • Feiertage
          • Beitragspflichtige Zuschläge für Sonntags-, Feiertags-und Nacharbeit
          • bezahlter Urlaub
          • überlassener Dienstwagen (geldwerter Vorteil)
          • Sozialversicherungspflichtige Zusatzleistungen des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge
        • Nicht zum Soll-Entgelt gehören:
          • Mehrarbeitsvergütungen (Stundenlöhne und Zuschläge)
          • Einmalzahlungen
          • steuer-und beitragsfreie Zuschläge für Sonntags-,Feiertags-und Nachtarbeit
        • Ist-Entgelt ist das tatsächlich erzielte beitragspflichtige Arbeitsentgelt ohne Einmalzahlungen einschließlich der Mehrarbeitsvergütung.

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