Was ist ein umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer?

Grundsätzlich sind selbständig Tätige (umsatzsteuerliche Unternehmer) mit ihren Umsätzen (Honoraren, Verkaufserlösen, etc.) umsatzsteuerpflichtig.

Hiervon gibt es Ausnahmen:

  • Wenn die Summe aller Umsätze im Vorjahr nicht mehr (≤) 17.500,— € betragen hat und
  • im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als (≤) 50.000,— € betragen wird.

Bei Beginn einer unternehmerischen Tätigkeit im laufenden Jahr ist die Grenze von 17.500,— € (nicht von 50.000,—€) als voraussichtlicher Umsatz für das laufende Jahr maßgeblich. Wurde die Tätigkeit im laufenden Jahr aufgenommen, so ist der voraussichtliche Umsatz auf ein volles Jahr hochzurechnen.

Beispiel:

Beginn der unternehmerischen Tätigkeit am 01.07. eines Jahres. Es wird damit gerechnet, dass der Umsatz für die Zeit vom 01.07. bis 31.12. voraussichtlich 10.000 € betragen wird. Der voraussichtliche Umsatz muss auf ein volles Jahr mit 12 Monaten hochgerechnet werden und beträgt somit 20.000 €. Die Grenze von voraussichtlich 17.500 € ist also überschritten und die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung ist nicht möglich.

 

Wenn diese größenmäßigen Voraussetzungen erfüllt sind, muss der Unternehmer in seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer (USt) ausweisen. Seine Umsätze stehen ihm somit in voller Höhe als Einnahmen zu. Das bedeutet auch, dass keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden muss.

Allerdings kann ein umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer — anders als ein normaler „Regel“-Unternehmer — nicht die ihm von anderen Unternehmen in Rechnung gestellte USt als „Vorsteuer“ abziehen. Er bekommt diese also nicht vom Finanzamt erstattet.

Worauf müssen Kleinunternehmer unbedingt achten?

  • Kleinunternehmer dürfen keine USt auf ihren Rechnungen ausweisen. Sobald USt ausgewiesen wird, muss diese auch an das Finanzamt abgeführt werden — unabhängig davon, ob die USt fälschlicherweise ausgewiesen wurde.
  • Kleinunternehmer müssen in ihren Rechnungen darauf hinweisen, dass sie als Kleinunternehmer im Sinne des §19 UStG keine USt in ihren Rechnungen ausweisen. (Pflichtangaben in Rechnungen)

Wenn der "Kleinunternehmer" freiwillig Umsatzsteuer in seinen Rechnungen ausweist, wird er zum "Regelunternehmer" mit allen Konsequenzen. Daran ist er dann 5 Jahre gebunden.

  • Es muss dann Umsatzsteuer in den Rechnungen ausgewiesen und an das Finanzamt abgeführt werden.
  • Es kann Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.
  • Es müssen nach den allgemeinen Erklärungspflichten ggf. Umsatzsteuervoranmeldungen abgegeben werden.